Posts Tagged ‘Pfingstcamp’

Wie wir mit nichts begannen und mit allem scheiterten – Das Pfingstcamp unseres Landesverbandes – Der Zeitzeugenbericht

Sonntag, Mai 26th, 2013

Wir schreiben das Jahr 2013 n. Chr., es ist Pfingsten und ganz „Deutschland“ vermisst seine Linksjugend. Wo ist sie nur geblieben?

Natürlich auf dem Pfingstcamp. Auch dieses Jahr passte der Slogan: „Mit nichts beginnen, mit allem scheitern“ wie die Faust aufs Naziauge. Der Veranstaltungsort war dieses Jahr, wie auch die letzten drei Jahre, der tschechische Kurort Doksy, welcher genau im Dreieck Ústi nad Labem, Liberec und Prag liegt.

Nach unsrer Ankunft am 17.05.2013 trafen wir uns mit den anderen unserer Gruppe und bezogen unseren formschönen Bungalow (behängt mit Fahnen und bemalten Gardinen). Er stach aus allen anderen hervor, wegen der recht bunten Wimpel und der dauerhaften Bierflaschenansammlung vor der Tür. Damit drückten wir uns mal wieder den Verrücktenstempel auf. Dieser bewahrheitete sich natürlich auch ein paar Stunden später aufs neue, als 2 unserer Mitglieder versuchten den See zu finden, obwohl sie das Gelände überhaupt nicht kannten. In „freudiger“ Erwartung Wasserleichen zu sehen, machte sich der Rest auf den Weg sie zu suchen. Sie saßen aber leider nur ziemlich breit und betrunken unter einem Baum. Da man aber schon mal unterwegs war, machten sich alle auf den Weg zum See. Nach einem recht langen Marsch fiel uns auf das gerade eben eine Punk-Band spielte und uns wurde klar wie völlig sinnlos diese Aktion war. Um dieser Sinnlosigkeit noch mehr Ausdruck zu verleihen, setzten wir uns auf die Straße, rauchten und versuchten in diesem Zustand ein Plenum abzuhalten, was uns natürlich nicht gelang. Nachdem wir irgendwie wieder nach Hause gefunden hatten, die Ameisen aus dem Bett klaubten und noch etwas tranken, schliefen wir unzufrieden und mit Muskelkater ein.

Am nächsten Morgen besuchte uns zunächst der Guten-Morgen-Jhonny. Dann konnte es losgehen. Wir gingen erst einmal frühstücken. Das Frühstück bestand aus den erlesensten Speisen die das Camp zu bieten hatte (Wer Ironie findet, darf sie behalten). Da wir am Vortag nicht mehr in der Lage waren einen Supermarkt aufzusuchen, begaben wir uns nun auf den recht weiten Weg dorthin und deckten uns mit Speis und Trank ein. Nachdem wir wieder da waren, legten wir uns in die Sonne, tranken Kozel und warteten das der Workshop: „Deine Stadt, dein Kaff, deine Nazis“ los ging. Übrigens einer von sehr vielen aufschlussreichen Angeboten zu diesem und anderen interessanten Themen. Veranstaltet wurde dieser von Lutz Richter, der neben einer kurzen Definition von Nazis und NPD auch auf Probleme in der Kommunalebene einging. Anschließend gab es Abendessen, was wie auch in den Vorjahren in omnivor, vegetarisch und vegan unterteilt wurde. Leider nahmen die Leute das mit dem „gut gewürzt“ etwas zu ernst, sodass das Essen schon etwas sehr würzig war. Nach erfolgloser Suche nach DJ Lutz, gingen wir zum Bungalow und schossen uns ab. Niemand weiß mehr was dann noch passierte, außer das noch eine ziemlich gute Ton-Steine-Scherben Coverband spielte.

Am vorletzten Morgen gab es Champagner-Frühstück, da eines unserer Mitglieder Geburtstag und zu viel Kohle hatte. Da wir nach dem Mittagessen zum See wollten (diesmal wirklich) saßen wir in der warmen Sonne und warteten bis zur Mittagszeit und nachdem das Essen verzehrt war, gingen wir zum See. Dort angekommen wurde gebadet, wonach sich einige von der Gruppe abspalteten und wieder zum Camp zurück marschierten, wie wir jedoch später erfuhren schafften 2 es nie bis zu dem anvisierten Workshop. Die anderen Beiden gingen zu: „Heitmeyer und die deutschen Zustände“, gehalten vom Bruder einer unserer Gruppenmitglieder. Der Rest blieb am See und sonnte sich, wobei wir einen von uns beim FKK-Baden beobachten konnten. Als wir uns wieder trafen, war es schon 19:00 Uhr, also Essenszeit. Nach dem Essen übertrieben einige von uns es mit dem Konsum und arteten bald darauf zu tobsüchtigen Hassmutanten aus, was nicht zuletzt daran lag, dass deren Fenster mit Rasierschaum besprüht wurde und ihnen immer wieder neuer Stoff gegeben wurde. Wie man bemerken muss, sehr sozial. Irgendwann legten wir uns einfach schlafen um nicht noch mehr Unsinn anzustellen.

Der letzte Tag: Wir waren alle dermaßen fertig das wir uns nur noch den Befehlen von einem unserer Mitglieder fügten. Nach einer Aufräumaktion stieg die Hälfte von uns ins Auto und fuhr wieder zurück nach Sachsen. Der Rest blieb noch da und wartete auf seine Mitfahrgelegenheit. Abschließend lässt sich nur sagen, dass es ein sehr schönes Pfingstcamp war, auch wenn man kaum einen Workshop besucht hat und nur noch die Hälfte weiß. Wir freuen uns auf nächstes Jahr. Wirklich!

P.S.: Bilder folgen noch.

Pfingstcamp – Darf’s ein bisschen mehr sein? …. im Land der lachenden Rehe.

Dienstag, Juni 5th, 2012

Auch dieses Jahr fand wieder das legendäre Pfingstcamp der Linksjugend [‘solid] Sachsen statt. Diesmal zum zweiten Mal in Doksy (Tschechische Republik). Wie immer waren es drei sehr schöne Tage voll mit Workshops, Seminaren, Kultur und natürlich Party und ein bisschen politischer Urlaub am nahegelegenen Stausee. Glücklicherweise bekamen wir bei der Anmeldung alle den selben Bungalow bzw. Andere aus der Gruppe Betten in der Nähe.

Die Kultur reichte von der Schlager-Cover-Band „Sorry für the music“ über Elektro wie „acid.milch&honig“ bis hin zur nicht ganz ernst gemeinten Arbeiterliedercoverband.

Konflikte bzw. Meinungsverschiedenheiten traten, wenn dann nur wegen dem Essen auf. Auch wurde die Teils unterschiedlich empfundene Qualität der Workshops angesprochen. Die Plena waren wie immer auch sehr informativ, bis auf eine inhaltliche Bloßstellung, die sich die Vertreter der Piratenpartei selbst geleistet haben. Alles in allem war es aber wieder einmal ein sehr schönes und informatives Pfingstcamp bei dem sowohl die politische Bildung, als auch der Spaß nicht zu kurz gekommen sind.

Pfingstcamp 2011

Sonntag, Juni 19th, 2011

Das alljährliche Pfingstcamp der Linksjugend Sachsen fand dieses Jahr erstmals in Doksy statt. Die Stadt nördlich von Prag war 4 Tage lang Treffpunkt für Mitglieder und Sympathisanten des Jugendverbandes.

Grundsätzlich stand es jedem frei wie viele der Seminare sie/er belegte oder ob man es dann doch lieber beim Chillen belassen wollte. Die Vertreter der Linksjugend Erzgebirge entschieden sich für die erste Variante. Hierbei lernten wir einiges über das erstellen einer Zeitung, die Tätigkeiten eines Sanis oder FRONTEX, welche die europäischen Außengrenzen vor „unerwünschten“ Einwanderern schützt.

Sehr interessant gestaltete sich auch eine Diskussionsrunde bezüglich der Zukunft der Partei DIE LINKE und warum einige Jugendliche zwar im Jugendverband aktiv sind, nicht aber in der Partei. Wie sich jeder denken kann, gibt es hier keine einfache Antwort, da die Gründe vielschichtig sind. Es kristallisierten sich dennoch einige wichtige Aspekte heraus, so wurde die schnellere und unbürokratischere Umsetzung von Projekten genannt, zudem ist die Möglichkeit sich frei zu entfalten deutlich größer und so trivial es auch klingen mag es macht schlicht weg mehr Spaß etwas mit Gleichaltrigen auf die Beine zu stellen. Nicht unerheblich war auch der Zweifel, ob in unserem aktuellen politischen System überhaupt die Chance besteht, als Regierung eine soziale Politik zugunsten der Menschen und nicht der Wirtschaft zu gestalten.

Ein weiteres gutes Seminar wurde vom LAK Ökologie angeboten. Hier ging es um das Klimacamp, welches vom 7.-14. August in der Nähe von Cottbus stattfindet (http://www.lausitzcamp.info/ ). Ein kurzer Film zu einem Klimacamp gegen Kohleenergie in England bildete hierbei die Einführung, anschließend ging es fließend in eine Diskussion bezüglich der Ziele des Camps in der Lausitz über. Es ist erfreulich, dass sich die Linksjugend hier tatkräftig beteiligt, wenn auch die eigene ökologische Ausrichtung noch geschärft werden sollte, denn Ökologie und soziales Gedankengut gehören nun einmal zusammen.

Neben den zahlreichen Seminaren gab es natürlich auch noch ne Menge Party und gemütliche Gesprächsrunden am Abend.

Erwähnt werden soll an dieser Stelle auch das leckere vegane Essen. Danke an die Mädels und Jungs, die sich jeden Tag zum schnippeln und kochen bereiterklärt haben, dabei kamen dann sogar einige Fleischesser zum veganen Essen, weil dieses dermaßen lecker war!

Danke auch unserem Fahrer, welcher uns noch nachts 0 Uhr einsammelte um vom Erzgebirge aus ins tschechische Doksy zu fahren.

Wir sehen uns dann im nächsten Jahr!!!

Auf dem Bild sind zwei Seminare zu sehen. Aufgrund des schönen Wetters finden diese im freien statt.