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Bilder von unserem gemeinsamen heutigen Gedenkspaziergang durch ‪‎Annaberg‬-Buchholz

Montag, November 9th, 2015

Bilder von unserem heutigen Gedenkspaziergang durch Annaberg‬-Buchholz. Danke an alle Genoss_Innen, die vor Ort waren und gemeinsam mit uns an diesen Tag erinnert haben.

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Gedenken und Mahnung der Reichspogromnnacht 1938

Montag, November 9th, 2015

Unser gemeisamer Aufruf für heute mit der Antifaschistischen Aktion Erzgebirge.
Kein Vergeben! Kein Vergessen! Wehret den Anfängen!

Aufruf:

„Anlässlich des 77. Jahrestages der ‚Reichspogromnacht‘ und des Auftaktes der Shoah werden wir am 09. November 2015 gemeinsam mit den AktivistInnen der Antifaschistischen Aktion Erzgebirge in Annaberg-Buchholz einen Gedenkspaziergang durchführen.

Am Abend des 09. November 1938 erreichte der Antisemitismus in Deutschland seinen vorläufigen ‚Höhepunkt‘.
In Annaberg-Buchholz verwüsteten die Faschisten mehrere jüdische Geschäfte sowie die Synagoge in der Buchholzer Straße. Der Friedhof der ‚Israelitischen Religionsgemeinde‘ wurde geschändet, verwüstet und am Morgen des 10. November auch die zugehörige Feierhalle gesprengt.
Doch damit nicht genug – Mehrere jüdische BürgerInnen wurden von der GeStaPo verhaftet und verhört. Außerdem kam es vereinzelt zu Deportationen in Konzentrationslager.
Während der NS-Zeit sollen mindestens vierzehn Jüdinnen und Juden aus Annaberg in Vernichtungslagern umgekommen sein.

Für uns ist es, gerade in der heutigen Zeit, von enormer Wichtigkeit an die Taten der Faschisten zu erinnern und ihren Opfern zu gedenken. Denn auch damals sah die Mehrheit der Gesellschaft weg, als Häuser brannten und Menschen aufgrund ihrer Religion oder politischen Einstellung angegriffen wurden. Zwar ist die NS-Zeit nicht mit der aktuellen politischen Lage in Deutschland vergleichbar, es muss jedoch gesagt werden, dass die, die ihre Augen vor der grassierenden Gewalt schließen, sich am Ende mitschuldig machen – ganz egal, ob es sich dabei um antisemitische oder rassistische Gewalt handelt. Eine wichtige Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, gegen jegliche Diskriminierung von Menschen konsequent vorzugehen, damit Pogrome verhindert werden können, bevor sie entstehen.“

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PM: Sächsische Justiz kriminalisiert Mahnwache und Gedenken an die Reichspogromnacht im Erzgebirge

Samstag, Dezember 13th, 2014

Wie uns mittgeteilt wurde, hat die Polizei einen Strafantrag gegen einen Antifaschisten gestellt. Der Vorwurf lautet: „Durchführen einer nicht angemeldeten Demonstration“. Jene angebliche „Demonstration“ fand am 9.11.2014 in Annaberg-B. statt und widmete sich den Ereignissen rund um die Reichspogromnacht am 9.11.1938 im Erzgebirge. (wir berichteten über diese Aktion)
So wurde dann auch die Spaziergänger-Gruppe sehr schnell von der Polizei kontrolliert. Jedoch ließen die Beamten vor Ort die Spaziergänger ohne rechtliche Verweise auf eine etwaige Anmeldung ziehen.
Dazu sagt ein Sprecher der Linksjugend [‘solid] Erzgebirge:
„Dass nun der Staatsschutz gegen den Antifaschisten ermittelt, ist von erschreckender Kontinuität im Erzgebirge und in Sachsen. Werden doch in Sachsen einmalige politisch motivierte (Schau)Prozesse geführt um Menschen, die gegen menschenverachtende Ideologien aktiv sind, einzuschüchtern 1/2/3 . Nicht selten werden in diesen Prozessen dann auch Beweismittel gezielt verfälscht und unterschlagen. Ebenso könnten wir von einer politisch nicht unabhängigen Dresdner Staatanwaltschaft ausgehen, wie der neue aktuelle Fall um Bobo Ramellow, den Ministerpräsidenten von Thüringen, zeigt. 4 Den sächsischen Strafverfolgungsbehörden scheint dabei fast jedes Mittel recht, um Antifaschist_innen grundsätzlich zu kriminalisieren. Darum müssen wir, als Linksjugend [‘solid] Erzgebirge und auch als Gesellschaft die sächsischen Verhältnisse 5 offenlegen und bekämpfen.“

 

1 Prozess gegen Lothar König, Jugendpfarrer aus Jena: Lothar König: http://jg-stadtmitte.de
2 Prozess gegen Tim H.: https://de-de.facebook.com/WirBlockierenWeiter
3 Dresdner Kampagne / Bündnis zur Blockade von Naziaufmärschen: http://dresden-nazifrei.com
4 http://www.mdr.de/nachrichten/immunitaet_ramelow100_zc-e9a9d57e_zs-6c4417e7.html
5 http://sachsens-demokratie.net

Update: Die Ermittlungen gegen uns wurden von Seiten der Polizei eingestellt. Grund: Die Vorwurfe waren haltlos. Wussten wir aber schon von Anfang an!

Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht und der Shoa

Montag, November 10th, 2014

Am Abend des 09. November 1938 erreichte der Antisemitismus in Deutschland seinen vorläufigen ‚Höhepunkt‘.

In Annaberg-Buchholz verwüsteten die Faschisten mehrere jüdische Geschäfte sowie die Synagoge in der Buchholzer Straße.

Der Friedhof der ‚Israelitischen Religionsgemeinde‘ wurde geschändet, verwüstet und am Morgen des 10. November auch die zugehörige Feierhalle gesprengt.

IMAG0005Die erste Station war der ehemalige jüdische Friedhof am Erzgebirgsklinikum.

20141109_153100Danach besuchten wir den christlichen Friedhof, auf dem die letzten 17 Gräber des zerstörten jüdischen Friedhofes zu finden sind.

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20141109_153925* hier liegt ein neuer Kranz der Evangelischen lutherischen Kirchgemeinde Annaberg mit der Aufschrift:
„Vergib uns unsere Schuld“

Doch damit nicht genug – Mehrere jüdische BürgerInnen wurden von der GeStaPo verhaftet und verhört. Außerdem soll es vereinzelt zu Deportationen in Konzentrationslager gekommen sein.

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20141109_155621Anschließend ging es zum Mahnmal, welches an die Befreiung von über 400 KZ-Häftlingen nach einem Todesmarsch erinnert.
(Auch wenn es nicht ganz zum Datum passte.)

Schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kam es regelmäßig zu Angriffen auf jüdische Menschen und deren Geschäfte im Erzgebirge. Der erste Annaberger Bürgermeister Dietz, ein bekennender Antisemit, unterstützte die Nazis tatkräftig.
Jahrelang schürte er in der Bevölkerung den Hass auf alles jüdische und rief schon 1933 zu ersten Boykott-Aktionen auf.

20141109_164717Die letzte Station war die ehemalige Synagoge auf der Buchholzer Straße. Statt einer Gedenktafel sieht Mensch nur das Schild einer HNO-Praxis, die heute im Gebäude ihren Sitz hat.

Gewalttätige Übergriffe, Arbeitsverbote, die Kennzeichnungspflicht mit einem gelben Stern und viele weitere Repressalien mussten Jüdinnen und Juden jahrelang erdulden, bis sie letztendlich in verschiedene Vernichtungslager deportiert wurden. Schätzungen zufolge sollen auch mindestens 14 JüdInnen aus Annaberg in solchen Lagern umgekommen sein.

Den Opfern dieser grauenvollen Zeit haben wir heute, den 09. November 2014, gedacht.

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Unsere Aufgabe ist und bleibt es, an diese Zeit zu erinnern und den Kampf gegen menschenverachtende Ideologien fortzusetzen!
Wir danken allen UnterstützerInnen und hoffen, dass wir wenigstens ein kleines Zeichen setzen konnten, wenn es sonst niemand tut.