Ein Nachruf auf den Mai
Montag, Mai 17th, 2010Der 1 Mai 2010 bleibt wohl den meisten Menschen als Katermorgen nach dem Hexenfeuer im Gedächtnis. Aber da gab es ja auch noch so eine kleine Tradition. nennt sich Arbeitertag und heist auf deutsch da stehen ne Menge Leute mit Ständen auf dem Marktplatz und es ist mal kein Markttag. Nun fragen sich die meisten ja sicherlich: “Was machen die denn da?”
Also wie jedes Jahr so veranstaltete auch 2010 der DGB in Aue eine Feier zum 1 Mai. Da sind dann Stände von den verschiedenen Gewerkschaften (Ver.Di, IG Metall, IG Bau), kleineren Vereinen (Eine Welt Laden Aue, uvm.) und natürlich auch Parteien. Wie immer sind da DIE LINKE und die SPD dabei. Kurioserweise aber auch die CDU die immer mit ihrer Christlichen Gewerkschaft auftritt. Diese christlichen Gewerkschaften fallen immer wieder dadurch auf das sie vollkommen ohne Nächstenliebe mal Niedriglöhne mit Arbeitgebern vereinbaren und das dies dann Tarif in Betrieben wird.
Dieses Jahr waren auch wir mal wieder dabei. Erst glaubte man ja wir wären Mormonen oder sowas. Aber keine Sorge ich möchte niemanden eine Religion näher bringen. Es kann doch jeder selber den Weg zum Pastafarianismus finden. Wir haben uns nur als durchschnittliche angehörige der Finazbranche ausgegeben um einen kleinen Flyer der “Gesellschaft für Banken” an die Masse zu bringen. Das äußerst kuriose dabei war das dies einige Leute sogar geglaubt haben. Eine ältere Dame am Stand der christlichen Gewerkschaft fragte sogar ob wir schon ausgelernt hätten. Ich möchte mir jede Wertung an dieser Stelle verkneifen.
Natürlich trafen wir auch auf viele Leute die sich dann in ein kurzes oder auch längeres Gespräch mit uns stürzten. Die meisten nahmen die Sache eher positiv auf, aber da gab es natürlich auch noch einen gewissen Landagsabgeordneten. Wir trafen nämlich den bezaubernden Alexander Kraus mit dem wir ein längeres und intensives Gespräch hatten. Es war ein typisches Gespräch mit einem Politiker beide Seiten gehen ins Gespräch stellen fest was nicht so ganz rund läuft aber am Ende ist man nicht unbedingt schlauer. Aber jetzt die teilweise doch sehr eigenartigen Denkmuster hier darzulegen würden wahrscheinlich den Rahmen sprengen, bzw ich habe schon viel wieder verdrängt.
Nachfolgend zitiere ich noch einmal den ungefähren Wortlaut des “Infobriefs”
Infobrief der Gesellschaft für Banken (GFB)
Die GFB ist ein Zusammenschluss von Managern, welche den größten deutschen Banken vorstehen. Wir möchten uns recht herzlich bei ihnen liebe Steuerzahler und Steuerzahlerinnen bedanken, denn nur mit Hilfe ihres Geldes konnte das bewährte Finanzsystem, so wie wir es kennen, aufrecht erhalten werden. Mit gerade einmal 480 Mrd Euro konnte dies erreicht werden. Sie tragen somit direkt zum erhalt von Arbeitsplätzen in den Führungsebenen unserer Banken bei. Außerdem wollen wir mit ihrem Geld nun noch verantwortungsbewusster umgehen, so haben wir zum Beispiel Einsparungen im niederen Personalsektor vorgesehen. Aber auch wir, die Manager selbst, nehmen uns hier nicht aus. So geht z.B. der Chef der deutschen Bank Josef Ackermann mit gutem Beispiel voran. Vor der Finanzkrise erhielt er noch 10 Millionen Euro im Jahr, doch nun verzichtet er großzügigerweise auf eine Millionen seines alten Gehaltes.
Es freut uns sehr, dass sie uns in Zeiten von Finanzproblemen in Griechenland, Portugal und Spanien auch weiterhin kritiklos unterstützen und nicht auf diese linken Schwätzer hineinfallen. Eine Regulierung des Finanzmarktes würde unser freies Wirtschaftssystem in seinen Grundfesten erschüttern. Eine Steuer auf die Gewinne der Finanzinstitute und auf die Entlohnung der Mitarbeiter ist strikt abzulehnen. Sie diente einzig der Mittelbeschaffung des Staates und würde keinerlei Beitrag zur Stabilität des Finanzsystems leisten. Es wäre ein Skandal wenn in Deutschland solch kommunistischen Mittel die Freiheit der Banken beschneiden würden. In diesem Sinne: Es lebe die freie Marktwirtschaft.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Schramm
Vorsitzender der Gesellschaft für Banken
Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Real Estate – Group

