Gedenken und Mahnung der Reichspogromnnacht 1938

Unser gemeisamer Aufruf für heute mit der Antifaschistischen Aktion Erzgebirge.
Kein Vergeben! Kein Vergessen! Wehret den Anfängen!

Aufruf:

„Anlässlich des 77. Jahrestages der ‚Reichspogromnacht‘ und des Auftaktes der Shoah werden wir am 09. November 2015 gemeinsam mit den AktivistInnen der Antifaschistischen Aktion Erzgebirge in Annaberg-Buchholz einen Gedenkspaziergang durchführen.

Am Abend des 09. November 1938 erreichte der Antisemitismus in Deutschland seinen vorläufigen ‚Höhepunkt‘.
In Annaberg-Buchholz verwüsteten die Faschisten mehrere jüdische Geschäfte sowie die Synagoge in der Buchholzer Straße. Der Friedhof der ‚Israelitischen Religionsgemeinde‘ wurde geschändet, verwüstet und am Morgen des 10. November auch die zugehörige Feierhalle gesprengt.
Doch damit nicht genug – Mehrere jüdische BürgerInnen wurden von der GeStaPo verhaftet und verhört. Außerdem kam es vereinzelt zu Deportationen in Konzentrationslager.
Während der NS-Zeit sollen mindestens vierzehn Jüdinnen und Juden aus Annaberg in Vernichtungslagern umgekommen sein.

Für uns ist es, gerade in der heutigen Zeit, von enormer Wichtigkeit an die Taten der Faschisten zu erinnern und ihren Opfern zu gedenken. Denn auch damals sah die Mehrheit der Gesellschaft weg, als Häuser brannten und Menschen aufgrund ihrer Religion oder politischen Einstellung angegriffen wurden. Zwar ist die NS-Zeit nicht mit der aktuellen politischen Lage in Deutschland vergleichbar, es muss jedoch gesagt werden, dass die, die ihre Augen vor der grassierenden Gewalt schließen, sich am Ende mitschuldig machen – ganz egal, ob es sich dabei um antisemitische oder rassistische Gewalt handelt. Eine wichtige Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, gegen jegliche Diskriminierung von Menschen konsequent vorzugehen, damit Pogrome verhindert werden können, bevor sie entstehen.“

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